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Kirchengeschichte

 

1564 ist das kleine Dorf Feckenhausen auf der Rottweiler Pürsch-

gerichtskarte noch ganz ohne Kirche abgebildet. Auf Grund von Mitteilungen von Herrn L. Ohngemach lässt sich immerhin fest-

stellen, dass eine St. Michael-Kirche in Feckenhausen schon für

1548 erwähnt ist. Die Heiligenpflege als  Vermögensverwalterin

des Kirchenvermögens von St. Michael in Feckenhausen ist sicher

für 1550 belegt. Die Rechnungsbücher des Spitals verzeichnen für

1592 einen Beitrag zum Kirchenbau in Feckenhausen. Ob damit der Bau einer neuen Kirche gemeint ist, oder Reparaturen an einem bestehenden Gotteshaus, lässt sich nicht feststellen. Ohne Angaben von Quellen spricht Herr Krießmann von einer erst 1639 errichteten Kirche in Feckenhausen. Auf alle Fälle kann vermutet werden, dass St. Michael in Feckenhausen am Ende des Dreißigjährigen Krieges zerstört war und über Jahrzehnte höchstens  provisorisch hergerichtet wurde, weil die erforderlichen Mittel fehlten und die Bevölkerungszahl der kleinen Ortschaft so zurückgegangen war,

dass für eine größere Dorfkirche kein Bedarf bestand.

 

 

 

Eine Urkunde aus dem Kirchturmknopf


Nun hat der frühere Rottenburger Diözesanarchivar A. Baur 1974 das Pfarrarchiv von Feckenhausen bei seiner Übernahme nach Rottenburg neu geordnet   und dabei ein Schriftstück verzeichnet, das dankens-

werterweise jetzt in Kopie dem Stadtarchiv Rottweil zugänglich wurde. Es ist auf zwei Seiten in einer  Schrift geschrieben, die aus den gleichzeitigen Rottweiler Ratsprotokollen bekannt scheint, stammt nach A. Baur von 1710 und vermutlich aus dem  Turmknopf der 1871 niedergebrannten Feckenhauser Dorfkirche. Dieses Schrift-

stück hat folgenden Wortlaut, der lediglich in der Rechtschreibung dem heutigen Stand angepasst wurde:

 

„Im Namen der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, Gott des Vaters, Sohnes und Heiligen Geistes. Amen. Im Jahre Christi eintausensieben-

hundertzehn hat Herr Zunftmeister Christoph Jakob Mader als Heiligenpfleger, dann Herr Zunftmeister Johannes Beerle, der zweite Pfleger, die Pfarr- und Mutterkirche des heiligen Erzengels Michaelis in Feckenhausen gebaut und samt dem Turm mit nachfolgenden Handwerksleuten mit Gottes Hilfe zu dem Ende gebracht, als der Maurer damals gewesen Heinrich Villinger, Bürger in Rottweil, Zimmerleute Johannes Wadle und Johannes Gauder, auch beide Bürger allda. Der Schlosser ist gewesen von Rottweil, Rudolf Wernz, Kessler Johannes Dilger, so das Kreuz und den Knopf verfertigt hat. In der freien Reichstadt Rottweil hat sich weiter nichts Sonderliches zugetragen, als dass in diesem Jahr der alte löbliche Magistrat abgesetzt und ein ganz neuer Rat eingesetzt worden ist. Gott erhalte uns alle durch seine göttliche Allmacht und gebe uns, dem lieben Land und der Stadt auch ewig Frieden. Dessen dann alles zu größerer
Ehre Gottes und des heiligen Michael als Kirchenpatron, geschehen, den 17. Juli in Rottweil, anno 1710."